Inhalt

Der Unternehmer als gesellschaftliches Vorbild

Die Stimmung in Europa ist gereizt. Menschen sind verunsichert, fühlen sich von der Politik nicht gehört und suchen Antworten bei populistischen Parteien. Was Unternehmer schon lange wissen: Der einzige Weg aus einer Lage der Unzufriedenheit ist es, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und unerschrocken nach vorne zu schauen. Eine Mentalität, von der auch andere lernen können.

Vor einigen Jahren schrieb Rainer Nowak, damals Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“, einen Leitartikel mit dem Titel „Kühl gegen das Gebrüll“. Dieser Artikel fasste in wenigen Absätzen zusammen, was viele damals nur im Bauch spürten: Nach Jahrzehnten wachsenden Wohlstands war ein Punkt erreicht, an dem es wie bisher nicht weitergehen konnte. Etwas musste nachgeben. Die politischen Erdbeben der folgenden Jahre haben das bestätigt.

Die Spannungen steigen

Seit der Wirtschaftskrise 2008 ist die Nervosität unter den Menschen nicht verschwunden, sie hat sich verlagert und vertieft. Viele haben Angst vor wirtschaftlichem und sozialem Abstieg. Diese Gefühle entladen sich gegen politische Eliten, denen breite Bevölkerungsschichten nicht mehr vertrauen. In zahlreichen europäischen Staaten gewinnen populistische und nationalistische Parteien an Zustimmung und rücken in einigen Regierungen in politische Verantwortung. Die FPÖ wurde bei der Nationalratswahl in Österreich 2024 stärkste politische Kraft, in Frankreich mischt das Rassemblement National die Politik seit Jahren auf.

In den Augen vieler Bürger hören „die da oben“ nicht mehr zu, genießen aber trotzdem die Vorteile des politischen Betriebs. Weit weg von den Sorgen normaler Menschen. Diese sehen sich allein gelassen, ausgenützt, für dumm verkauft.

Nach vergangenen, gefühlt besseren Zeiten zu sehnen bringt dabei nichts. Es kann nur nach vorne ins Unbekannte gehen. Bestehende Probleme gehören aufgegriffen, Lösungen gesucht, neue Wege eingeschlagen. Wir werden aus unserer kollektiven Komfortzone herauskatapultiert und zu neuen Herausforderungen aufgerufen. Nicht zuletzt müssen wir kritisch überdenken, was uns der Staat wirklich schuldet und wofür wir selbst einstehen müssen. Das ist alles andere als angenehm.

Die Wende fängt beim Einzelnen an

Der Bürger ist niemals ganz machtlos. Die Verantwortung für das eigene Glück auf andere abzuschieben zeigt lediglich, dass man mit der Situation überfordert ist. Diese hilflose Einstellung trägt zur Stimmung der Angst bei und bringt immer mehr Menschen dazu, Antworten bei populistischen Parteien zu suchen. Die AfD erhielt bei der Bundestagswahl 2025 rund 20,8 Prozent der Stimmen, die FPÖ erreichte bei der österreichischen Nationalratswahl 2024 rund 28,8 Prozent. Das Muster wiederholt sich quer durch Europa.

Klar ist dabei: Es kann keine politische Partei und kein einzelner Volksvertreter alles richten. Niemand kann uns die volle Verantwortung für unser Leben und unsere Gefühle abnehmen. Es liegt am Einzelnen, die eigene schlechte Stimmung umzuwandeln, indem er lernt, statt mit Pessimismus mit Optimismus in die Welt zu schauen. Als gesellschaftliche Vorbilder in diesem Zusammenhang gelten neben Forschern und Künstlern vor allem: Unternehmer.

Jeder ist der Geschäftsführer des eigenen Lebens

KMU sind das wirtschaftliche Rückgrat Österreichs. Im Jahr 2024 gab es rund 604.000 KMU, die 99,7 Prozent aller Unternehmen ausmachten und rund 2,46 Millionen Menschen beschäftigten. Mit rund 169 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung tragen KMU mehr als die Hälfte zur wirtschaftlichen Leistung Österreichs bei. Sie sind es, die an der Front der Wirtschaft arbeiten, vorangehen und neue Möglichkeiten entdecken, von denen letztendlich die Allgemeinheit profitiert.

Und ja, die Kerneigenschaften eines Unternehmers, nämlich Probleme erkennen, Lösungen ausdenken, aktiv werden, Risiken eingehen und Pionierarbeit leisten, sind heute dringend gefragt. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern im Alltag. Es gibt keinen Grund zu denken, dass unternehmerisches Handeln einer kleinen Elite vorbehalten bleibt. Jeder kann das: im eigenen Leben der Geschäftsführer sein. Ändert man die eigene Einstellung, ist die Welt nicht mehr voller Bedrohungen, denen man ausgeliefert ist, sondern mit Möglichkeiten übersät.

Man muss nur Mut haben und „ja“ sagen.

Artikel teilen:

Autor:

Katharine Eyre
Gründerin von RiskPlayWin | Inhaberin & Gründerin des juristischen Übersetzungsbüros Spezialis

Mehr Artikel

blank

“Think different“ – zum Unternehmer-Klischee verkommen?

Apples „The Crazy Ones“ Kampagne aus dem Jahr 1997 war ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Der darin enthaltene Werbeslogan „Think different“ wurde nicht nur zum Herzstück des Steve Jobs-Phänomens – sondern auch zum Leitspruch für das moderne Unternehmertum im Allgemeinen. Seitdem wurde diese Wortkombination aber so gnadenlos missbraucht, dass es fast schon sinnentleert ist. Schade, denn die Botschaft ist heute relevanter als je zuvor.

Was Affiliate-Links sind und warum wir sie verwenden

Auf unserer Webseite verwenden wir Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, bekommen wir eventuell eine kleine Provision. Diese Einnahmen helfen uns, die Kosten für den Betrieb unserer Seite zu tragen und dir weiterhin qualitativ hochwertige Inhalte anzubieten. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten und es ist eine einfache Möglichkeit, unsere Arbeit zu unterstützen. Wir achten darauf, nur Produkte und Dienstleistungen zu empfehlen, die unseren hohen Qualitätsansprüchen entsprechen und die für dich wirklich nützlich sein können. Dein Vertrauen ist uns sehr wichtig, und wir danken dir herzlich für deine Unterstützung.