{"id":1120,"date":"2016-08-04T07:00:05","date_gmt":"2016-08-04T05:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/web51.s217.goserver.host\/?p=1120"},"modified":"2016-08-03T10:39:57","modified_gmt":"2016-08-03T08:39:57","slug":"wer-sich-unter-dem-eigenen-preis-verkauft-schaedigt-das-gesamte-unternehmertum-ein-brandbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/meinung\/wer-sich-unter-dem-eigenen-preis-verkauft-schaedigt-das-gesamte-unternehmertum-ein-brandbrief","title":{"rendered":"Warum Billiganbieter das Unternehmertum sch\u00e4digen: Ein Brandbrief"},"content":{"rendered":"<p><strong>6 \u20ac f\u00fcr eine Stunde Arbeit? Das gibt es nur im fernen Osten? Weit gefehlt! Auch im deutschsprachigen Raum verkaufen sich viel zu viele Selbstst\u00e4ndige und Unternehmer weit unter ihrem Preis. In der Regel scheitern Sie mit dieser Strategie \u00fcber kurz oder lang, da das wenige Geld nicht zum Leben und Wirtschaften reicht. Und ehrlich gesagt: Das ist auch gut so.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist mir pers\u00f6nlich ein Dorn im Auge, dass diese \u201eM\u00f6chtegernunternehmer\u201c in der kurzen Zeit in der sie am Markt agieren, den Markt und die Preise kaputt machen. Dazu suggerieren sie, dass alles f\u00fcr wenig Geld zu haben ist. Versch\u00e4rft wird die Situation noch dadurch, dass viele von ihnen sogar gut qualifiziert sind und gute Leistungen erbringen \u2013 f\u00fcr die sie eigentlich weit mehr verlangen k\u00f6nnten<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt dazu, dass angesehene Unternehmen mit ohnehin guten Gewinnen auf solche Dienstleister zur\u00fcckgreifen, um ein paar Euros zu sparen und den Gewinn zu optimieren. Diverse Online-Plattformen machen das zum leichten Spiel: hier lassen sich Projekte inserieren wo sich Billiganbieter anschlie\u00dfend gegenseitig unterbieten k\u00f6nnen.\u00a0 Das Meisterst\u00fcck dieser Ausartung stellen Portale dar, bei denen Selbstst\u00e4ndige in Wettbewerben gegeneinander antreten und nur derjenige ein paar Euros erzielt, dessen Arbeit gef\u00e4llt. Alle anderen gehen leer aus \u2013 unternehmerische Ausbeutung in Reinform.<\/p>\n<p>Das Resultat ist letztendlich eine verfahrene Marktsituation bei der ein immer gr\u00f6\u00dferer Teil der qualitativen Arbeit durch st\u00e4ndig wechselnde Billig-Selbstst\u00e4ndige gemacht wird. Kontinuit\u00e4t ist ohnehin f\u00fcr viele Unternehmen nicht mehr wichtig, da wir sowieso in einer Zeit voller \u00c4nderungen leben. Das Resultat ist eine Mentalit\u00e4t im Unternehmen, bei der man annimmt, dass jede erdenkliche Leistung f\u00fcr ein paar Cent zu haben ist.<\/p>\n<p>Langfristig ist diese Entwicklung extrem problematisch. Zum einen werden damit Unternehmer gesch\u00e4digt, die seit vielen Jahren gute Leistungen zu fairen Preisen anbieten. Zum anderen f\u00fchren die aufgrund dieser Taktik gescheiterten Existenzen zu Belastungen unserer Sozialsysteme, die wir alle tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Doch jammern allein hat noch niemandem geholfen. Was k\u00f6nnen wir also tun, um aus dieser Spirale rauszukommen?<\/strong><\/p>\n<p>In erster Linie geht es mal darum, dass jedes Unternehmen, das Leistungen am Markt in Anspruch nimmt, eine gewisse soziale Verantwortung \u00fcbernimmt und nicht immer das maximale Profitstreben in den Vordergrund stellt.<\/p>\n<p>Unternehmen sollten zudem bei der Angebotspr\u00fcfung die Kosten aktiv hinterfragen und bewerten, ob der Preis nicht zu niedrig angesetzt ist. Mit einem betriebswirtschaftlichen Basiswissen und ein wenig Hausverstand sollte dies keine Herausforderung sein.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt m\u00fcssen Unternehmen (und auch \u00f6ffentliche Organisationen) davon wegkommen, immer nur den billigsten Anbieter zu nehmen. Stattdessen sollten Qualit\u00e4t und gesunde langfristige Gesch\u00e4ftsbeziehungen wieder eine viel wichtigere Rolle spielen. Ein Auswahlverfahren bei denen man einen internen Mindestpreis definiert und alle Angebote die darunterfallen aussortiert, w\u00e4re hier eine M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p><strong>Soviel zu den Unternehmern, die Leistungen in Anspruch nehmen. Was k\u00f6nnen Selbstst\u00e4ndige und Unternehmen selbst tun, wenn sie Dienstleistungen am Markt anbieten?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss es auch hier zu einem Mentalit\u00e4tswandel kommen. Anbieter m\u00fcssen das Selbstbewusstsein aufbringen, vom gegenseitigen Unterbieten um jeden Preis Abstand nehmen. Insbesondere bedeutet das neuen Gesch\u00e4ftsmodellen bei denen von vornherein klar ist, dass es nur um Ausbeutung geht, eine Absage zu erteilen.<\/p>\n<p>Sollte der Kunde trotzdem versuchen, Ihre Preise zu dr\u00fccken, ist es wichtig ihm den Wert Ihrer Arbeit zu erkl\u00e4ren. Sie k\u00f6nnen ihm durchaus mal vorrechnen, wie Sie zu dem verlangten Stundensatz kommen. Ein Mehr an Transparenz bei Angeboten (z.B. durch detaillierte Aufschl\u00fcsselung) kann auch helfen.<\/p>\n<p>Und last but not least muss man auch Mut mitbringen um \u201eNein\u201c zu sagen, falls ein Preis gew\u00fcnscht wird, den man unter keinen Umst\u00e4nden bieten kann. Falls es darum geht, die Kosten zu reduzieren, sollte man dem Kunden klarmachen, dass es bei reduzierten Kosten auch zu einer reduzierten Leistung kommt. Man bekommt das, wof\u00fcr man zahlt.<\/p>\n<p>Wie bei jeder Diskussion, wo ein umstrittenes Thema angesprochen wird, wird es jetzt einige geben die mir widersprechen. Doch meine pers\u00f6nliche Erfahrung zeigt, dass man auch erfolgreich sein kann, wenn man gegen den Strom der Ausbeutung schwimmt. Man muss nur den Mut haben sich gegen diese unfairen Praktiken aufzulehnen und bereit sein aus der Komfortzone auszusteigen, die ohnehin keine Komfortzone mehr ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich unter dem eigenen Preis verkauft, sch\u00e4digt das gesamte Unternehmertum \u2013 eine Streitschrift f\u00fcr mehr Verantwortung!<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1124,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[129],"tags":[],"channel":[],"class_list":["post-1120","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1120"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1120\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1120"},{"taxonomy":"channel","embeddable":true,"href":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/channel?post=1120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}