{"id":377,"date":"2016-02-23T07:00:27","date_gmt":"2016-02-23T06:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/web51.s217.goserver.host\/?p=377"},"modified":"2016-02-23T12:47:57","modified_gmt":"2016-02-23T11:47:57","slug":"kardinalfehler-bei-vertraegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/riskplaywin.com\/de\/wissen\/kardinalfehler-bei-vertraegen","title":{"rendered":"Kardinalfehler bei Vertr\u00e4gen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorab die Aufl\u00f6sung eines Klischees: Gilt ein Vertrag, auch wenn er auf einer Serviette im Caf\u00e9 geschrieben wurde? Ja, nat\u00fcrlich!<\/strong><\/p>\n<p>Ein Vertrag ist eine schriftliche oder m\u00fcndliche Vereinbarung. In dieser Vereinbarung wird eine bestimmte Sache rechtsg\u00fcltig geregelt. Im Vertrag verspricht eine\u00a0Partei der anderen, etwas Bestimmtes zu tun, eine Leistung zu erbringen oder etwas nicht zu tun bzw. zu unterlassen.\u00a0 Dar\u00fcber hinaus ist ein Vertrag immer freiwillig. Andernfalls w\u00e4re es Zwang und nicht g\u00fcltig. Ein Vertrag kann zwischen zwei oder mehr Parteien abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Das klingt alles ziemlich einfach, aber es passieren h\u00e4ufig schlimme Fehler, wenn keine Profis bei der Erstellung des Vertrages beigezogen werden. Hier sind 5 der gr\u00f6\u00dften Mythen rund um Vertr\u00e4ge:<\/p>\n<h2><strong>Fehler 1 \u2013 \u00a0Jeder Vertrag ist gleich <\/strong><\/h2>\n<p>Nach\u00a0der allgemeinen Definition ist ein Vertrag klar und deutlich. Wenn Sie aber nun detaillierter hinschauen, wird\u00a0schnell offensichtlich, dass jeder Vertrag anders ist. Es kommt n\u00e4mlich immer auf den Zweck an, f\u00fcr den ein Vertrag gemacht wird. Ein Mietvertrag, ein Arbeitsvertrag und ein Franchisevertrag sind allesamt Vertr\u00e4ge, allerdings zu verschiedenen Zwecken. Deshalb sollte man immer abkl\u00e4ren, f\u00fcr welches Ziel ein Vertrag gemacht werden soll.<\/p>\n<h2><strong>Fehler 2 \u2013 Eh alles klar<\/strong><\/h2>\n<p>Ein guter Vertag sollte f\u00fcr beide Vertragsparteien verst\u00e4ndlich sein. Es muss jedenfalls enthalten sein, wer mit wem einen Vertrag abschlie\u00dft, welche Leistung erbracht oder welches Produkt geliefert wird, und was zu tun ist, wenn Produkt oder Leistung erbracht oder nicht erbracht\u00a0wird.\u00a0Ein Vertrag, der nicht klar formuliert ist, \u00a0kann Unstimmigkeiten und Missverst\u00e4ndnisse hervorrufen.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Vertragspunkte sollten im Vertrag enthalten sein und f\u00fcr beiden oder alle Parteien verst\u00e4ndlich sein, um\u00a0Vertragsanspr\u00fcche geltend machen zu k\u00f6nnen. Problematisch wird es, wenn etwas\u00a0schwammig formuliert ist oder Abs\u00e4tze widerspr\u00fcchlich\u00a0sind. Wenn die Passagen\u00a0dann nicht\u00a0\u00a0zusammen passen und\u00a0im n\u00e4chsten Absatz wieder etwas vollkommen anderes steht, ist es schwer, Vertragsanspr\u00fcche geltend zu machen.<\/p>\n<h2><strong>Fehler 3 \u2013 Prof. Dr. Google<\/strong><\/h2>\n<p>Um Zeit und Geld zu sparen, wird oftmals Prof. Dr. Google zu Rate gezogen. Ganz schnell hat man schon ein Vertragsmuster runtergeladen. Aber Vorsicht Falle! Besonders wenn ein Vertrag, der in \u00d6sterreich zwischen zwei \u00f6sterreichischen Firmen abgeschlossen wird, dann auf deutschem Recht basiert. Peinlich auch, wenn dazu\u00a0Paragrafen vom deutschen BGB (B\u00fcrgerliches Gesetzbuch) darin stehen. Nehmen Sie deshalb Vertragsmuster nur als Anreiz, um sich zu \u00fcberlegen, was Sie alles im Vertrag haben m\u00f6chten. Klauseln und\u00a0Korrekturen sollten vom Profi ausgearbeitet werden.<\/p>\n<h2><strong>Fehler 4 \u2013 Besprochen ist besprochen und wird auch nie gebrochen<\/strong><\/h2>\n<p>M\u00fcndliche Vertr\u00e4ge k\u00f6nnen auch telefonisch erfolgen und sind genauso g\u00fcltig wie ein \u201eFace-To-Face\u201c Vertragsabschluss. Allerdings sind m\u00fcndliche Vertr\u00e4ge beweispflichtig. Nat\u00fcrlich z\u00e4hlt das Besprochene, aber\u00a0die Unterschrift wiegt letztendlich mehr. Solange man sich gut versteht, wird man sich an m\u00fcndliche Abreden halten. Wenn es aber zum Streitfall kommt, dann hei\u00dft es pl\u00f6tzlich \u201eHabe ich nie gesagt\u201c. Da ist nat\u00fcrlich ein schriftliches Dokument vorteilhaft, weil\u00a0 im Beweisverfahren klar bewiesen werden muss, was m\u00fcndlich vereinbart wurde. Im Streitfall ist die m\u00fcndliche Abrede von der Partei (die daraus Rechte f\u00fcr sich herleiten will)\u00a0vorzutragen und zu beweisen.<\/p>\n<h2><strong>Fehler 5 \u2013 Sanktionen gibt es nur in der Politik<\/strong><\/h2>\n<p>Man sollte sich auf jeden Fall Gedanken machen\u00a0dar\u00fcber was passiert, wenn die Leistung nicht erbracht wird. Bei einer Vertragsgestaltung sollten Sie vom Worst-Case Szenario ausgehen, d.h. es kommt tats\u00e4chlich zu einem Streitfall. Hier ist also Schwarzmalerei durchaus erw\u00fcnscht! Daraus kann man\u00a0schon vorher ableiten, welche m\u00f6glichen Gefahren\u00a0 lauern. Somit k\u00f6nnen Sanktionen vereinbart\u00a0werden, die in Kraft treten, wenn etwas nicht (oder nicht vertragsgem\u00e4\u00df) geliefert oder erbracht wird.<\/p>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Oftmals, und das ist verst\u00e4ndlich, tun sich Menschen schwer, gleich an einen Streitfall zu denken, wenn sie einen Vertrag abschlie\u00dfen m\u00f6chten. Als Anwalt muss man einen gewissen Blick daf\u00fcr haben, wo und wieso es brenzlig werden k\u00f6nnte.\u00a0Dies muss man den Mandanten auch mitteilen und sie vor Ungl\u00fcck bewahren.<\/p>\n<p>Foto: <a class=\"owner-name truncate\" title=\"Go to \ub4dc\ub9bc\ud3ec\uc720&#039;s photostream\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/124961070@N02\/\" data-rapid_p=\"30\" data-track=\"attributionNameClick\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\ub4dc\ub9bc\ud3ec\uc720<\/a><\/p>\n<div class=\"attribution-info\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Vertrag ist eine schriftliche oder m\u00fcndliche Vereinbarung in der eine bestimmte Sache rechtsg\u00fcltig geregelt wird. Bei der Erstellung passieren h\u00e4ufig schlimme Fehler, wenn keine Profis beigezogen werden. 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