Nun sind es schon mehr als 3 Jahre lang her, seit ich das Angestelltenleben in einer Agentur verlassen und es gegen das Abenteuer Selbstständigkeit eingewechselt habe. Bereut habe ich dies keinen Tag.

Bereut habe ich es allerdings auch nicht, in einer Agentur gearbeitet zu haben. Denn letztendlich waren es wichtige Lehrjahre.

Was macht die Arbeit in einer Werbeagentur so spannend als Vorbereitung auf die Selbstständigkeit?

1. Man arbeitet unter permanentem Leistungsdruck

Eine Agentur ist kein Zuckerschlecken. Man steht unter permanentem Leistungsdruck und musst oft viele Kunden und Kampagnen gleichzeitig betreuen. Will man die Arbeit gut machen, führt kein Weg daran vorbei sich gut zu organisieren und eine hohe Disziplin zu entwickeln.

Genau diesen Leistungsdruck wird man auch in der Selbstständigkeit begegnen. In der Anfangszeit kommt der Leistungsdruck nicht unbedingt von Kunden, sondern aus dem Umstand, dass man seinen Lebensunterhalt zusammenkriegen muss. Ist die Anfangsphase überstanden, geht es darum die neuen Kunden gut zu betreuen und gleichzeitig das Geschäft auszubauen und zu überblicken. Damit dies alles gelingt muss man diszipliniert und organisiert sein.

2. Man lernt schnell, pragmatische Lösungen zu finden und umzusetzen

Betreut man Kampagnen in einer Agentur, kommt es immer wieder zu Situationen in denen etwas schiefgeht und schnelle pragmatische Lösungen gefragt sind. Den Kopf in den Sand stecken und abwarten geht hier nicht.

Auch hier gibt es Parallelen zur Selbstständigkeit. Oft geschehen unerwartete Dinge und man muss schnell eine gute Lösung finden. Zeit für eine wissenschaftliche Arbeit zu dem Problem gibt es nicht. Die Devise heißt „Machen“.

3. Man lernt viel über die Schwächen der Kunden und Branchen

Als Kundenberater in einer Mediaagentur erfährt man sehr viel über seine Kunden. Man sieht wo der Zeh drückt und wo die Herausforderungen in unterschiedlichsten Branchen liegen. Dies trägt dazu bei, ein besseres wirtschaftliches Verständnis zu entwickeln. Zudem erkennt man, wie in jedem anderen Job auch die ein oder andere Schwachstelle im Geschäft des Arbeitgebers.

Diese zwei Dinge lassen sich hervorragend in der Selbstständigkeit nutzen – zumindest dann, wenn man der Branche treu bleibt. Je mehr praktisches Wissen und Erfahrung man gesammelt hat, desto besser kann auch die spätere Expertise in der Selbstständigkeit sein. Schwachstellen zu kennen, hilft einem dabei sein eigenes Unternehmen aufzubauen, das genau diese Schwachstellen ausnutzt.

4. Man lernt zu präsentieren

Präsentationen gehören in Agenturen zum Tagesgeschäft. Man lernt Verkaufsargumente zu entwickeln, Kampagnenergebnisse zu präsentieren und mit neuen Strategien zu überzeugen.

All dies benötigt man auch in der Selbstständigkeit. Vor allem in der Anfangszeit muss man neue Kunden von einer Zusammenarbeit überzeugen. Und da ist nichts besser als eine gewisse Standfestigkeit im Präsentieren.

5. Man versteht wie Marketing funktioniert

Marketing ist der Kern der Arbeit in einer Agentur, denn man hilft letztendlich den Kunden dabei die Produkte am Markt zu verkaufen. Man definiert Zielgruppen, wählt passende Werbeumfelder aus und entwickelt Werbestrategien, welche die Zielgruppe vom Produkt des Kunden überzeugen.

In der Selbstständigkeit kann man genau diese Strategien nutzen, um das eigene Geschäft ans Laufen zu bringen.

6. Man baut ein gutes Netzwerk auf

Wer einen bequemen Job bevorzugt, wird sehr selten eine Agentur aus Arbeitgeber wählen. Dies führt letztendlich dazu, dass man oft eine hohe Konzentration an sehr begabten und motivierten Menschen dort kennenlernt. Nicht wenige verlassen nach einigen Jahren wieder die Agentur und gehen unterschiedlichste Karrierewege.

Genau dieses Netzwerk an Kontakten wird beim Weg in die Selbstständigkeit sehr nützlich sein, da es viele Türen öffnen kann.

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