Laut RiskPayWins jüngster Umfrage, arbeiten die meisten Unternehmer zwischen 50 und 59 Stunden pro Woche. Das ist enorm viel Lebenszeit! Doch nach all dieser Anstrengung muss es Platz für Genuss und die schönen Dinge im Leben geben. Ein Plädoyer für die Kunst des Sich-Selbst-Belohnens.

Donnerstag, 19h: gerade arbeitet man die letzten Änderungen in die neue Werbekampagne eines Kunden ein. Schnell telefoniert man mit ihm ein letztes Mal, stimmt die letzten Details ab. Der Kunde ist mit Ihrer Arbeit höchst zufrieden und bedankt sich herzlich. Noch ein Projekt geht erfolgreich zu Ende! Kurz lehnt man sich im Bürosessel zurück und hält ein paar Momente inne. Nach 30 Sekunden kommt jedoch der Gedanke: was muss ich jetzt noch tun? Schon ist man bei der nächsten Aufgabe, weiter geht’s – denn die Arbeit erledigt sich von selbst nicht…

Anhalten, um die Rosen zu riechen

Moment mal! Wie wär’s mit einer kleinen Pause? Oder gar einem freien Abend? Es passiert nicht alle fünf Minuten, dass man ein Projekt abschließt. Es ist Zeit, sich zu belohnen denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Eine kleine Auszeit entspannt und frischt auf – lässt neue Ideen aufkommen und sorgt für Abwechslung. Wie mein Vater immer wieder gesagt hat: man muss im Leben ab und zu anhalten, um die Rosen zu riechen!

Darüber hinaus könnte das Versprechen einer kleinen Belohnung genau das Richtige sein, um Sie aus einem Motivationsloch heraus zu hieven. Haben Sie sich etwas Schönes in Aussicht gestellt, ist es auf einmal viel einfacher, sich hochzurappeln und die unbeliebte Aufgabe zügig zu erledigen. Die Vorfreude auf die versprochene Belohnung ist ein mächtiger Trieb – und einer, der tief im Hirn seinen Ursprung hat.

Tief verankerte Prozesse im Hirn

Das Verlangen nach dem guten Gefühl und der damit verbundene Reiz zum Handeln funktioniert in etwa wie ein Schaltkreis. Stellt man sich z.B. ein Stück Schokotorte als Belohnung in Aussicht, reagiert das limbische System – der Teil des Hirns, der für die Verarbeitung von Emotionen und Triebverhalten zuständig ist. Durch die Ausschüttung vom Botenstoff Dopamin entsteht ein Verlangen nach der Torte und daher die Motivation zu handeln, um den Wunsch mit dem Objekt der Begierde zu stillen.

Sitzt man dann endlich im Café und hat bereits das erste Stück vom Leckerbissen im Mund, werden u.a. Endorphinen, die körpereigenen Opioide, freigesetzt. Es ist genau diese Stoffe, die das Hochgefühl erzeugen, wenn wir endlich das bekommen, wonach wir uns gesehnt haben. Sie werden jedoch nicht lange ausgeschüttet; daher ebbt die Freude nach einer Errungenschaft schnell wieder ab. Bereits sucht der Mensch nach dem nächsten Preis…

Die Kunst des Sich-Belohnens: eine kurze Anleitung

Hier ein paar praktische Tipps, wie man Belohnungen strukturieren und einsetzen kann:

Klein ist auch fein. Belohnungen sind nicht nur bei großen Errungenschaften sinnvoll, sondern auch bei der Vollendung von kleinen Zwischenschritten. So kann man auch bei größeren Projekten die treibende Kraft der Vorfreude über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

Bleiben Sie realistisch. Wenn die versprochene Belohnung helfen sollte, Sie aus einem Motivationstief zu heben, ist es wichtig, bei der Zielsetzung auf dem Boden der Realität zu bleiben. Ist es unmöglich, das gewählte Ziel zu erreichen, wird dies Sie nur tiefer in die Unlust sinken lassen.

Halten Sie ein, was Sie vorgenommen haben. Belohnung wirken eher, wenn sie unmittelbar nach der Errungenschaft kommen!

Foto: amberley johanna

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