Facebook Gewinnspiele sind ein hervorragendes Vehikel, um eine organische Community aufzubauen, die Interaktion anzukurbeln – oder seinen Freunden einfach mal einen Freude zu machen. Wirklich Sinn machen sie allerdings nur dann, wenn sie als „authentisch“ wahrgenommen werden und zum Absender sowie zum Gewinn passen. Ein Musikgroßhandel, der etwa einen Flug im Privatjet verlost, damit sich der Gewinner mal wie ein Rockstar fühlen darf, wirkt deutlich „ehrlicher“, als wenn eine Versicherung ihre Kugelschreiber-Vorräte im Design des letzten Jahrzehnts ausmisten möchte. Auf der Fanpage von duplo finden sich diverse gelungene Bespiele dafür, wie man mit Gewinn- und Minispielen die User auf seiner Seite hält. Worauf kommt es also neben den bereits vorab genannten Punkten bei Facebook-Gewinnspielen an?


1. Die liebe Zielgruppe und ihr Geschmack:

Es braucht aber nicht immer einen Riesen-Jackpot, um User zum Mitmachen zu bewegen. Auch „kleinere“ Gewinne können Spaß machen. Überlegen Sie sich genau, worüber sich Ihre Zielgruppe freuen würde. Auf der Facebook-Seite von LauterKoeln wird beispielsweise auf Konzerte in Köln aufmerksam gemacht. Von den Konzertveranstaltern bekommen wir Gästelistenplätze als Gewinne: Der Veranstalter profitiert hier von unserer Reichweite und muss zur Verlosung und Promotion der Plätze kein Budget aufwenden. LauterKoeln profitiert wiederum dadurch, dass die Zielgruppe passende Giveaways bekommt – und zwar exakt passend zu dem Thema, warum sie sich überhaupt auf der entsprechenden Seite aufhalten.


2. Achtung, Emotion:

Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, das Gewinnspiele hoch emotional sein können und dementsprechend auch viel Enttäuschung hervorrufen werden. Das führt dann dazu, dass vielleicht die Transparenz kritisiert wird und das Gewinnspiel als „gefaked“ verschrien wird. Sorgen Sie unbedingt für absolute Transparenz und eine klare Kommunikation: Hierfür bietet sich zum Beispiel eine Live-Losziehung an – die nebenbei sogar noch weiteren interessanten Content liefert.


3. Die Aufmerksamkeitsspanne:

Beim Aufbau und bei der Formulierung hat es sich bewehrt, den Text möglichst kurz zu halten und direkt in der ersten Zeile zu beschreiben, worum es geht. Ein Bild oder ein kurzer Clip können die Botschaft zusätzlich positiv unterstützen. Bei Bleiwüsten und ellenlangen Erklärungen schaltet der User ab und wechselt die Seite.


4. Gefällt mir – nicht:

Wir nutzen auf der Seite LauterKoeln einen beliebte Ansatz, der ein wenig anders funktioniert als die üblichen „Likes“, denn wir bitten die User, unsere Seite zu liken und in einem Kommentar ihren Lieblingssong des beworbenen Künstler zu nennen. Es gewinnt aber hier der Beitrag, der die WENIGSTEN Likes generiert! Warum macht das Sinn: Durch das Liken der anderen Kommentaren verbleibt der User länger auf dem Post, da er selektieren muss, wer vorne liegt und welchen Post er noch liken muss. Verweildauer und Interaktion werden von Facebook positiv bewertet.


5. Das Besondere:

Eine signifikante Steigerung der Aufmerksamkeit lässt sich mit so genannten „Money can’t buy-Aktionen“ schaffen, also mit Gewinnen, die man mit Geld nicht kaufen kann. Gästelistenplätze bei bereits ausverkauften Konzerten wären ein Beispiel dafür. Um solche Aktionen zu pushen, bietet es sich dann zusätzlich an ein kleines Werbebudget einzusetzen.


6. Feedback liefert Content:

Im Rahmen der Gewinnbenachrichtigung können Sie das Glückskind bitten, ein Foto von der Show zu machen und auf der Seite zu posten. So wird der Gewinn einerseits „sichtbar“ für andere Nutzer, und andererseits weckt dies bei anderen Usern die Begehrlichkeiten, beim nächsten Mal auf jeden Fall mitzumachen. Allerdings darf dies nicht eine Bedingung der Teilnahme sein, da sie sonst gegen die Richtlinien von Facebook verstoßen würden.


7. Das Kleingedruckte:

Vergessen Sie auf keinen Fall einen rechtlichen Hinweis am Schluss! Das sichert Sie zum einen davor, dass eventuell unklare Bedingungen gegen Sie verwendet werden, und es wirkt deutlich seriöser. Der Text kann etwas nach unten abgesetzt werden, dort stört er keinen. In unserem Fall nutzen wir folgenden Hinweis (nur als Beispiel):

„Teilnehmen können alle volljährigen Personen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Gewinnspiel endet am (Datum & Uhrzeit), der Gewinner wird per Facebook-Nachricht am (Datum) kontaktiert. Anreise und weitere Kosten werden nicht übernommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ein Gewinnanspruch besteht nicht, der Gewinn ist nicht übertragbar. Abbruch ohne Angabe von Gründen vorbehalten. Facebook steht in keinem Zusammenhang zum Gewinnspiel.“

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Ulli Kilberth | Lauter, Leute
Ulli Kilberth ist Gründer der Kommunikationsagentur „Lauter, Leute.“ in Köln. Seit 15 Jahren in der Welt der Medien unterwegs, ist er noch viel länger zu Hause in Musik und Lifestyle. Arbeitsschwerpunkte bei „Lauter, Leute.“ sind u.a.: Unternehmenskommunikation, Digitale Medien, Social Media, Corporate Design, Content-Strategie und Partnerschaften zwischen Marken und Musik. Der Kommunikationsspezialist für Musik & Kultur unterrichtet neben seiner Agenturtätigkeit in den Bereichen Kreation und Konzeption. | „Lauter, Leute.“ ist die Kommunikationsagentur für Musik, Kultur und Lifestyle. Wir sind strategische Begleiter und setzen Kommunikationsmaßnahmen in den Bereichen Grafikdesign, Digitale Medien und Social Media im Musik- und Lifestyle-Bereich um. Zu den Kunden gehören u.a Gaffel Kölsch, HUK24 oder RIDGEBAKE.