Viele denken, dass man für eine erfolgreiche eine einzigartige, nie dagewesene Geschäftsidee haben muss, um Erfolg in der Selbstständigkeit zu haben. Doch das ist ein Irrglaube. Oft sind es die neuen, nie dagewesenen Geschäftsideen, welche das höchste Risiko zum Scheitern mit sich bringen. Schaut man sich die Wirtschaftswelt an, so erkennt man auch schnell, dass eine Vielzahl an Unternehmen gibt, die unter dem Strich das gleiche machen – egal ob dies nun die lokalen Bäckereien sind, App-Entwicklungsbuden oder das schicke Szenelokal. Viele davon sind auch erfolgreich – aus einem wichtigen Grund: Differenzierung

Um mit einer bereits vorhandenen Geschäftsidee erfolgreich durchzustarten, sollte man schauen, wie man sich vom Wettbewerb unterscheiden kann. Denn mit einer 1:1 Kopie einer bestehenden Geschäftsidee wird es schwieriger sein an neue Kunden zu kommen, als wenn eine Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb geboten wird.

Hier ein paar Beispiele möglicher Differenzierungsstrategien:

Differenzierung mit Lage

Falls Sie ein neues Geschäftslokal aufmachen, so ist es oft keine gute Idee sich eine Geschäftslokalität zu suchen, welche sich direkt gegenüber dem direkten Konkurrenten befindet – außer Sie sind deutlich besser. Dann können Sie dem Mitbewerber die Kunden quasi vor der Nase wegnehmen. (Mit dem schlechten Gewissen müssen Sie dann aber leben)

Ideal ist, wenn Sie in einem neuen geografischen Gebiet aktiv werden, in dem es bislang noch kein Geschäft mit ihrer Ausrichtung gibt. Wichtig ist jedoch, dass es dort ausreichend potenzielle Kunden gibt. Wollen Sie ein Szenelokal in einem heruntergekommenen Industriegebiet öffnen haben Sie zwar wahrscheinlich keine Konkurrenz zu befürchten, doch es gibt auch nur wenige potenziellen Kunden.

Differenzierung durch geografisches Einzugsgebiet

Was für ein Ladengeschäft die Lage ist, kann für ein Dienstleistungsunternehmen oder einen Onlineshop das geografische Einzugsgebiet sein. Konzentrieren sich Ihre Konkurrenten beispielsweise vor allem auf den westeuropäischen Raum, so kann eine Differenzierungsstrategie sein, beispielsweise in den osteuropäischen Markt einzusteigen.

Differenzierung mit Qualität

Schaut man sich zum Beispiel die Möbelbranche an, so erkennt man, dass sich viele Marktteilnehmer von anderen durch die Produktqualität abzustufen. Es gibt beispielsweise günstige Esstische, aus Massenherstellung, die man sich selbst zuhause zusammenbauen kann. Als Gegenpol dazu existieren teure Esstische, die individuell nach dem Kundenwunsch gefertigt und montiert werden.

Doch für die Qualitätsdifferenzierung muss man nicht unbedingt ein physisches Produkt anbieten. So kann beispielsweise ein Übersetzungsbüro das zwei Korrekturschleifen anbietet sich qualitativ vom Übersetzungsbüro differenzieren, dass keine Korrekturschleife hat und deshalb entsprechend günstiger anbieten kann.

Differenzierung mit Service & Angebot

Eine Differenzierungsstrategie kann auch beim Service und Angebot eines Unternehmens ansetzen. Ein Friseur kann sich beispielsweise dadurch vom Wettbewerb differenzieren, dass er der einzige Friseur in der Stadt ist, der einen speziellen Service für Kleinkinder bietet oder Hausbesuche bei älteren Menschen oder vielleicht sogar Firmen macht. Bei Restaurants könnte eine Differenzierung über die Speisenauswahl funktionieren.

Doch Differenzierung mit Service & Angebot funktioniert auch bei Unternehmen ohne Geschäftslokal. Ein Webspace-Anbieter kann sich beispielsweise vom Wettbewerb dadurch unterscheiden, dass er eine bessere Serverleistung anbietet oder einen außergewöhnlichen Support. Eine Agentur kann sich dadurch differenzieren, dass Sie ein Produkt anbietet, dass andere Agenturen nicht im Portfolio haben.

Differenzierung mit Zielgruppe

Auch Ihre Kundenzielgruppe kann Teil Ihrer Differenzierungsstrategie sein. Als Gastronomiebetrieb können Sie sich beispielsweise auf Zielgruppe wie Studenten, Feinschmecker, Veganer oder sonstige Personengruppen konzentrieren. Hand in Hand mit der Zielgruppe geht dann natürlich auch ihr Produktangebot. Wenden Sie sich als Restaurant an Studenten, dann sollte Ihre Speisekarte viele günstige Gerichte beinhalten. Sind hingegen Ihre Zielgruppe Feinschmecker ausgerichtet, dann müssen Sie den Leuten Küche auf höchstem Niveau bieten und können dem Kunden hierfür auch finanziell etwas abverlangen.

Differenzierung mit Aufmachung & Image

Auch das Erscheinungsbild Ihres Unternehmens kann für die Differenzierung genutzt werden. Je nachdem wie Ihre Erscheinung nach außen ist, sprechen Sie andere Zielgruppen an. Automarken aus dem Premiumsegment, setzen beispielsweise sehr viel daran, dass das gesamte Lebensgefühl, das die Marke nach außen transportiert hochwertig und gediegen erscheint. Auch im Design der Autos spielt sich dies wieder. Doch nicht nur bei physischen Produkten kann diese Strategie angewendet werden. Falls Sie beispielsweise als Unternehmensberater sich von Anzugträgern Ihrer Branche differenzieren wollen, dann könnte es durchaus eine Idee sein, sich eine Lederjacke anzuziehen und mit der Harley Davidson zum Kundentermin zu kommen. Sie können sich sicher sein, dass Sie die Leute weiterempfehlen als der coole Berater mit der Harley – vorausgesetzt Sie machen auch gute Arbeit.

Besser sein als alle anderen

Differenzierung kann auch dadurch stattfinden, dass Sie einfach deutlich besser als der Wettbewerb sind. Sie können Schwächen der Konkurrenten nutzen und diese für Ihre Differenzierungsstrategie nutzen. Hängen die Leute beim Wettbewerb beispielsweise im Schnitt eine halbe Stunde in der Warteschleife, so bauen Sie einen Telefonsupport auf, der innerhalb von wenigen Minuten für die Leute da ist. Ist das Produkt eines Konkurrenten dafür bekannt, dass es nach wenigen Jahren wegen Verschleiß von Plastikteilen den Geist aufgibt, so konstruieren Sie ein Produkt, das auf Metallteile setzt und zudem eine deutlich längere Garantie bietet.

Fazit

Letztendlich gibt es eine Fülle an Differenzierungsstrategien, mit der Sie eine bereits existierende Geschäftsidee am Markt zum Erfolg führen können. Welche Sie letztendlich am besten wählen, hängt von Ihrem Geschäftsvorhaben und der individuellen Ausgangssituation ab.

Beitragsfoto: @jopanuwatd via Twenty20

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