Sie haben über Jahre Ihr Unternehmen hochgezogen, Kunden gewonnen und zu ihnen stabile und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen aufgebaut. Stets halten Sie Ihre Versprechen ein und erbringen Dienstleistungen von perfekter Qualität – jedes Mal. Nun greift Sie jemand an und droht, Ihren hart erarbeiteten guten Ruf zu schädigen. Was tun?

Angriffe können aus unterschiedlichen Richtungen herkommen. Vielleicht kommt es von einem ehemaligen Mitarbeiter, der sich unfair behandelt fühlt. Vielleicht war ein Kunde ausnahmsweise mit Ihrer Leistung unzufrieden und macht seinem Unmut in der Öffentlichkeit Luft. Andere Menschen sind einfach auf Ihren Erfolg neidisch und wollen Ihnen das Leben schwer machen.

Solche Situationen sind immer unangenehm und können starke Emotionen auslösen – vor allem, wenn Unwahres über Sie verbreitet wird. In manchen Fällen könnte es der beste Weg sein, die Gerüchte einfach zu ignorieren und wie gewohnt weitermachen. Manchmal muss man jedoch proaktiv vorgehen – in diesem Fall müssen Sie Ihre Handlungen (und die Konsequenzen davon) sorgfältig im Voraus überlegen. Hier ein paar Tipps.

1. Meiden Sie es, Feuer mit Feuer zu bekämpfen

Dem Angreifer eine Retourkutsche in Form von Gegenbeleidigungen zu schicken ist nie eine gute Idee. Das lässt Sie nur unprofessionell und außer Kontrolle wirken. Lassen Sie sich durch die Kritik nicht aus der Bahn werfen – machen Sie weiter wie gewohnt, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Letztendlich wird die Qualität Ihrer Arbeit jegliche Kritik übertrumpfen.

2. Ihre PR-Werkzeugkiste nutzen

Überlegen Sie sich, ob es angebracht ist, Ihre Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Unter Umständen könnte sich eine Pressemitteilung, die Ihren Standpunkt darstellt, sinnvoll sein. Am besten besprechen Sie das mit einem PR-Profi, der/die die Mitteilung auch verfasst.

Sind unwahre Tatsachenbehauptungen über Sie in einem Medium veröffentlicht worden (z.B. in einer Zeitung) könnten Sie unter Umständen von den presserechtlichen Möglichkeiten einer Gegendarstellung bzw. Berichtigung Gebrauch machen. In diesem Fall empfiehlt es sich, sich von einem Juristen beraten zu lassen (siehe dazu Punkt 5 unten).

3. Holen Sie Unterstützung von Freunden, Kollegen oder Mentoren

Wenn Sie zum ersten Mal in Ihrem Unternehmerleben mit ernsthaftem Gegenwind zu tun haben, könnte es Ihnen wie der Weltuntergang vorkommen. Wenn die Nerven strapaziert sind, ist es leicht, die eigene Objektivität zu verlieren.

Scheuen Sie sich nicht davor, Freunde, Familie oder Kollegen anzurufen und Ihr Problem mit ihnen zu diskutieren. Diskussionen mit solchen Vertrauenspersonen könnten Klarheit in die Sache reinbringen und sind auch trostspendend. Kein Mensch ist eine Insel!

4. Ein bisschen Tunnel-Vision tut gut

Auch wenn es sich anfühlt, als ob Kritik aus jeder möglichen Richtung hagelt, ist es wichtig, sich in Krisenzeiten wieder bewusst auf den Sinn und Zweck Ihres Unternehmens zu besinnen. Wenn Sie den Grund, warum Sie dieses Leben auf sich genommen haben, stets vor Augen haben, werden Probleme plötzlich nicht so allumfassend aussehen.

5. Wenn’s wirklich schlimm ist…

Die meisten Sachen werden Sie regeln können, ohne einen Rechtsanwalt einschalten zu müssen. Rechtsstreite sind kostspielig, können Beziehungen unwiederbringlich schädigen und noch mehr negative Aufmerksamkeit auf Sie lenken.

In manchen Situationen könnte der Angriff zivilrechtliche oder gar strafrechtliche Bedeutung haben (z.B. Rufschädigung, üble Nachrede, Beleidigung). Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Anwalt, ob Sie rechtliche Schritte setzen wollen.

Foto: Johnny Silvercloud

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