Denken Sie, dass Sie auf gute Ideen warten müssen? Dass Sie nichts machen können, um den nächsten Geistesblitz herbeizuzaubern? Falsch! Sie können ganz klar Ihre Kreativität in die Hand nehmen und einem genialen Einfall auf den Sprung helfen. Das wichtigste Wort hier ist „Gewohnheit“.

Ich? Ein kreatives Genie? Nein, sicher nicht. Das Wort „Genie“ ist nämlich einschüchternd. Es fallen einem dabei sofort die intellektuellen Giganten ein, wie Einstein, Nietzsche oder Beethoven. Die, die mit ihren Erfindungen und Werken die Welt für immer geändert haben. Die, denen scheinbar alle paar Minuten etwas Tolles eingefallen ist.

Wir können uns nicht mit ihnen vergleichen – das wäre anmaßend! Wir Normalsterbliche dürfen uns freuen, wenn uns im Laufe der Karriere ein paar Ideen einfallen, die vernünftigerweise als Geistesblitze bezeichnet werden können. Das können wir nicht steuern – entweder ist man als Genie auf die Welt gekommen oder ist man nicht. Oder?

Eine Fee namens Kreativität

So dachten zumindest die Altgriechen und die Römer. Für Sie war „Genius“ ein vom Künstler getrenntes Wesen, das höchst unberechenbar war. Je nach Lust und Laune besuchte es den Schaffenden, flüsterte ihm den Inhalt eines Werkes zu – und verschwand wieder. Ob und wann es wieder auftauchen würde wusste niemand. So war die Kreativität etwas Überirdisches, was sich der menschlichen Kontrolle entzog.

Mit der Renaissance hat sich diese Sichtweise geändert. Ab dann rückte der Mensch in den Mittelpunkt – auch was kreatives Schaffen betraf. Genius war nicht mehr ein wandelnder Geist, sondern wohnte dem Menschen selbst inne. Alle schöpferische Kraft stammte vom Einzelnen.

Kontrolle vs. Kreativität

Nichtsdestotrotz bleibt die Kreativität bis heute etwas Mystisches. Man kommt in den unwahrscheinlichsten Momenten – beim Geschirrspülen oder Radfahren – auf die genialsten Ideen und weiß nicht wieso. Forcieren kann man nichts; Ideen fördern doch sehr wohl. Mit anderen Worten: die Idee selbst lässt sich nicht nach Wunsch hervorrufen. Man kann aber Bedingungen schaffen, wo Ideen gerne wachsen.

Diese Bedingungen können physisch oder mentaler Natur sein. Ein Blick in die Vergangenheit und auf die kreativen Genies unserer Zeit kann das veranschaulichen. Benjamin Franklin war dafür bekannt, dass er nackt bei offenem Fenster gearbeitet hat; Beethoven schwor auf seinen heißen, starken Kaffee; Patricia Highsmith hat angeblich das Gleiche bei fast jeder Mahlzeit gegessen (Eier und Speck).

Whatever works

Sie müssen natürlich nicht nackt bei offenem Fenster im Winter sitzen oder eine streng einseitige Diät durchziehen. Es könnte sich doch lohnen, ein bisschen herumzuexperimentieren, um festzustellen, was Ihre Kreativität am besten ins Rollen bringt. Sie könnten sich zum Beispiel an einem festen Tagesablauf binden oder jeden Tag nach dem Mittagessen einen Spaziergang einplanen. Vielleicht liegt für Sie die notwendige Ruhe in der Unordnung und keine Gewohnheiten zu haben für Sie die richtige Lösung ist.

Klar ist jedoch, dass der kreative Prozess etwas höchst Persönliches ist – jeder muss seinen eigenen Weg finden.

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