Digital-Videocontent ist längst kein Nischenthema mehr. Deutsche verbringen durchschnittlich fast elf Stunden täglich mit Medien, und Video- und Audio-Streaming gewinnen dabei weiter an Bedeutung und treiben die Mediennutzung online zunehmend voran. YouTube bleibt eine der zentralen Plattformen: Pro Minute werden weltweit rund 500 Stunden neues Videomaterial hochgeladen, was 720.000 Stunden neuem Content täglich entspricht. Die Plattform erreicht 2,7 Milliarden monatliche Nutzer, die täglich mehr als eine Milliarde Stunden Video konsumieren.
Video spielt auch für Unternehmen eine wachsende Rolle. TV-Kampagnen werden über digitale Kanäle verlängert, etwa durch Pre-Roll-Formate in Mediatheken oder auf YouTube. Gleichzeitig nutzen Marken Video, um Social-Media-Kanäle zu bespielen. Hinzu kommt die Integration auf Unternehmenswebsites: Produktpräsentationen, Imagefilme und Anleitungsvideos sind heute fester Bestandteil der digitalen Kommunikation.
Bevor die Produktion eines Unternehmensvideos beginnt, sollte der Rahmen klar definiert sein. Dazu gehören folgende Fragen:
- Was ist das übergeordnete Ziel des Videos?
- Wo soll das Video eingesetzt werden?
- Wer ist die Zielgruppe?
- Welche Botschaften und Inhalte soll das Video vermitteln?
Sobald diese Fragen beantwortet sind, ist der erste wichtige Schritt getan. Dennoch gibt es in der Planung und Produktion einige Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmensvideos entscheiden.
Qualität
Zunächst zur technischen und visuellen Qualität: Beleuchtung, Farben und Bildkomposition müssen stimmen. Wer das Video in großem Format auf der Website einbettet, braucht auch eine entsprechend hohe Auflösung der Aufnahmen. Bei Produktionen, die auf modernen Displays oder Smart-TVs ausgespielt werden, sind Full-HD- oder 4K-Aufnahmen inzwischen Standard.
Neben dem Bild ist der Ton oft der unterschätzte Faktor. Auch perfektes Bildmaterial verliert seinen Wert, wenn die Tonqualität schlecht ist oder die Sprecherstimme undeutlich klingt. Eine professionelle Tonaufnahme ist deshalb genauso wichtig wie ein gutes Kamerabild.
Länge
Jedes Unternehmensvideo verfolgt ein konkretes Ziel. Ein Werbevideo muss kurz und prägnant sein, da die Aufmerksamkeit der Zuschauer begrenzt ist. Ein Imagefilm darf ruhig mehrere Minuten dauern, sofern er den Betrachter durchgehend fesselt. Ein Erklär- oder Anleitungsvideo kann je nach Thema auch länger sein. Entscheidend ist nicht die Länge an sich, sondern ob der Inhalt über die gesamte Laufzeit trägt.
Sprache
Die Sprache muss zur Zielgruppe und zum Kommunikationsziel passen. Wer ein Fachpublikum anspricht, wählt andere Formulierungen als bei einem breiten Konsumentenpublikum oder bei Kindern. Neben den Worten selbst spielen auch weitere Faktoren eine Rolle: Ein regionaler Dialekt kann je nach Kampagne ein bewusstes Stilmittel sein. Auch Alter und Geschlecht des Sprechers sollten zur Zielgruppe passen.
Dramaturgie
Ob ein Video sein Ziel erreicht, hängt stark von seiner dramaturgischen Struktur ab. Bei einem Anleitungsvideo ist die Dramaturgie weniger entscheidend als bei einem Imagefilm oder Werbespot. Die ersten Sekunden sind in jedem Fall kritisch: Wer die Zuschauer dort nicht abholt, verliert sie. Bei längeren Formaten braucht es einen dramaturgischen Bogen, der das Interesse aufrecht erhält. Bei Werbevideos ist außerdem wichtig, dass die Kernbotschaft hängen bleibt und das Video mit einem klaren Impuls endet.


