Daniela Koch (31) gründete ihr Unternehmen SecondPassion e.U. (www.secondpassion.com) im Jahr 2015. Der Onlineshop ist auf die Vermarktung von Second-Hand Kleidung für Frauen spezialisiert und führt Kleidung von Gr. 32 bis 46, sowie Schuhe und Accessoires. 

Was hat Dich dazu bewegt, den Weg in die Selbstständigkeit zu wählen?

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder bemerkt, dass ich nicht der typische Angestellte bin. Ich habe oft bei meinen Arbeitgebern Vorschläge eingebracht, die aber nie wirklich wahrgenommen wurden, weshalb nach kürzester Zeit mir die meisten Jobs keinen Spaß mehr gemacht haben. Ich habe von meinem Vater, der selbst Unternehmer ist, gelernt, dass die Selbstständigkeit zwar viel harte Arbeit ist, man aber dann selbst die Früchte trägt und nicht andere.

Was war die Inspiration hinter SecondPassion?

Kleidungsstücke machen uns zu dem was wir sind, wie wir uns fühlen. Kleidung spiegelt so viel von einem Menschen wider und ich finde es einfach schade, wenn man sie einfach wegwirft und somit nicht nur Ressourcen verprasst, sondern auch hart erarbeitetes Geld. Wir sind in einer Zeit, wo Geld immer weniger wert wird und wir uns in einer Spirale der Wegwerfgesellschaft befinden: dies möchte ich mit meinem Unternehmen entgegenwirken.

SecondPassion.com
SecondPassion.com

Woher kam Deine Affinität zur Kleidung und Mode?

Als Kind wollte ich immer Schauspielerin werden: mir hat es gefallen, wenn man sich verkleiden kann, verstellen und in andere Rollen schlüpfen kann. Das war mein erster Berührungspunkt zur Kleidung. Erst mit meiner Ausbildung in einem Verlagshaus wuchs die Liebe hierzu.

Wo findest Du die Teile, die Du in Deinem Shop anbietest?

Wir beziehen die Teile von Privatpersonen, Insolvenzen und Geschäftsauflösungen, sodass wir unseren Kunden einen Mix aus „Altem“ und „Neuem“ präsentieren können.

Wie sieht ein typischer Tag für Dich als Unternehmerin aus?

Gegen 6 Uhr aufstehen, manchmal auch 7 Uhr, kurz die Mails checken, frühstücken und ab ins Büro. Eine richtige Arbeitszeit gibt es an sich nicht, da ich immer mit meinem Unternehmen über Handy, Tablet oder Laptop verbunden bin. Ich kann aus diesem Grund nicht sagen, dass ich von 7 bis 15 Uhr arbeite. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger – aber unter 10 Stunden komme ich nicht weg. Das möchte ich auch nicht, da die Arbeit mir sehr viel Spaß bereitet!

Mit welchen Herausforderungen hast Du in der Second-Hand Modebranche zu tun?

Viele Menschen sehen Second-Hand Kleidung noch als abwertend an. Das kontere dann meist damit, dass ein Gebrauchtwagen auch nichts Anderes ist, als ein Second-Hand Auto – oder dass ein Hotelzimmer immer wieder verwendet wird und somit auch irgendwie „Second-Hand“ ist. Erst dann fangen viele Menschen zum Umdenken an.

Heutzutage leben wir in einer „Wegwerfgesellschaft“. Spürst Du bei Deinen Kunden den Wunsch, nachhaltiger einzukaufen und zu leben?

Auf jeden Fall. Viele meiner Kunden trotzen dieser „Wegwerfgesellschaft“ bewusst und das ist gut so, wenn man bedenkt, dass in Deutschland jährlich 1,5 Milliarden Kleidungsstücke weggeworfen werden. Viele Großkonzerne lassen auch mit der Qualität nach: das spüren die Kunden und mögen es nicht.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Jungunternehmern geben, die sich in Deiner Branche selbstständig machen wollen?

Stell dir das Unternehmerleben, wie eine Achterbahn vor: es geht mal bergauf und mal bergab, es gibt ein Risiko. Falls du nicht risikobereit bist, ist das Unternehmertum nichts für dich! Man muss bereit sein, über den eigenen Schatten zu springen und Neues zu probieren.

Was war dein bislang größter Erfolg als Unternehmerin?

Jeder Tag, wo eine neue Kundin bei Second Passion bestellt, ist ein Erfolg und für uns ein Schritt in die richtige Richtung!

Wie schaffst du den Ausgleich zwischen dem beruflichen und dem privaten Leben?

Durch Sport, durch meine Partnerschaft und meine Familie. Wobei ich sagen muss, dass mir das was ich tue, Spaß macht und ich dies aus Überzeugung tue. Deshalb empfinde ich die Arbeit nicht als Belastung.

Wie willst Du Second Passion noch ausbauen?

2017 habe ich vor, eine Männerlinie namens „Sefervor“ auf den Markt zu bringen und im B2B-Sektor zu starten, aber alles zu seiner Zeit. „Schritt für Schritt” ist hier mein Motto.

Foto: SecondPassion

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